Beschäftigung im Zuverdienst








Zuverdienstfirmen bzw. Zuverdienstprojekte sind Unternehmungen, in denen Menschen mit Leistungseinschränkungen einer niedrigschwelligen und in der Regel personenzentrierten Beschäftigung nachgehen können. Zuverdienst bedeutet an dieser Stelle, dass die beschäftigten Menschen für geleistete Arbeit ein kleines Entgelt zusätzlich zur Grundsicherung erhalten. Die Idee der Zuverdienstfirma hat in Deutschland bereits eine lange Tradition. Erste Workshops und Tagungen fanden hierzu bereits zu Beginn der 1990er Jahre statt (...Literaturtipps hier...). Entsprechende Grundsatzpublikationen sind ebenso in dieser Zeit erschienen.

Zuverdienstbeschäftigungen sind insofern niedrigschwellig als dass die Beschäftigung in der Regel keine zeitliche Befristung hat, Leistungsschwankungen berücksichtigt werden und es in Abhängigkeit des Beschäftigungsbereiches abgestufte Leistungsanforderungen hinsichtlich der Menge der geleisteten Wochenstunden, der Arbeitsgeschwindigkeit und Produktivität gibt. Angebote sind zumeist formell einfach zugänglich und alle Einsatzorte sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Im Zuverdienst gibt es in der Regel keinen 'Reha-Druck' und beschäftigte Menschen können erst einmal so bleiben, wie sie sind. Die Beschäftigungsumgebungen im Zuverdienst bieten gute Rahmenbedingungen für Menschen mit psychischen und seelischen Einschränkungen bzw. Erkrankungen.

Zuverdienstbeschaeftigung in Bremen

Die §§ 11 (3) und 53 SGB XII schaffen in der Bundesrepublik eine gesetzliche Grundlage für die Etablierung von Beschäftigungsmöglichkeiten im Zuverdienst, jedoch hat der Gesetzgeber zu Art und Umfang der Leistung keine Angaben gemacht. In Bremen existieren seit vielen Jahren Zuverdienstgelegenheiten nach SGB XII (...hier...). Im Rahmen mehrjähriger Evaluationen sind Modellprojekte nach §11(3) SGB XII und (...hier...) und §53 SGB XII (...hier...) hinsichtlich ihrer Zielerreichung überprüft worden.


Fachtag Zuverdienst: Weinheimer Erklärung

Im Rahmen des Fachtages Zuverdienst unter Federführung der BAG IF und der Freudenberg Stiftung wurden in Kooperation mit der APK und der DGSP die Ergebnisse in einer Erklärung (pdf ...hier...) zusammengefasst, um die Schaffung gesetzlicher Regelungen für den Zuverdienst voranzutreiben.

Deutscher Verein: Arbeitshilfe zum Zuverdienst

(17.06.2009) Im März 2009 hat der Deutsche Verein in seinen Empfehlungen zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben auf die Bedeutung von Zuverdienstmöglichkeiten hingewiesen (...pdf hier...). Auf Initiative der BAG Integrationsfirmen hin ergänzte nun der Deutsche Verein am 17. Juni 2009 diese Empfehlung mit einer "Arbeitshilfe zu Zuverdienstmöglichkeiten im Bereich des SGB XII (...pdf hier...). Auszug aus dem Dokument: "Der Deutsche Verein möchte mit dieser Arbeitshilfe insbesondere die Sozialhilfeträger bei ihrer Aufgabenwahrnehmung unterstützen und sie dazu anregen, den Zuverdienst als ein unter vielen Gesichtspunkten sinnvolles Instrument zur Verbesserung von Teilhabemöglichkeiten verstärkt in den Blick nehmen." (Quelle: www.bag-integrationsfirmen.de)

Zuverdienst-Studie der BAG Integrationsfirmen e.V. und Freudenberg Stiftung

(19.03.2009) In Zusammenarbeit mit und gefördert durch die Freudenberg Stiftung führte die BAG Integrationsfirmen eine Untersuchung zum Zuverdienst durch. Ein erstes Ergebnis ist die Studie „Zuverdienst als Chance zur Teilhabe psychisch kranker und behinderter Menschen“, in der die bestehenden Zuverdienstangebote in Deutschland beschrieben und die vielfältigen Förderansätze dargestellt werden. In einer Analyse werden die Verortung in der Angebotslandschaft vorgenommen und Vorschläge für eine Weiterentwicklung des Ansatzes entwickelt. Die Gesellschaft für integrative Beschäftigung hat an dieser Studie teilgenommen.


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